Ich arbeite grundsätzlich im Einzelunterricht – nach Absprache auch zu zweit, wenn Geschwister oder Freunde gemeinsam starten möchten. Das ist keine Marketingentscheidung, sondern eine pädagogische. Trotzdem hat jede Unterrichtsform ihre Berechtigung, und wer die Unterschiede kennt, entscheidet besser. Hier der Vergleich, so ehrlich, wie ich ihn am Telefon erklären würde.
Gruppenunterricht: günstig, aber geteilt
Gruppenkurse mit vier bis acht Teilnehmern sind die klassische Musikschulform: günstiger pro Person, sozial, mit Gleichaltrigen. Der Preis dafür ist Aufmerksamkeit: Bei 45 Minuten und sechs Schülern bleiben rechnerisch gut sieben Minuten pro Person. Der Kurs hat ein Tempo – wer schneller ist, langweilt sich, wer langsamer ist, bleibt zurück und verliert die Lust. Und das Material ist für alle gleich: Man spielt, was im Lehrbuch steht, nicht, was man hört.
Für sehr junge Kinder in der musikalischen Grundausbildung, für Ensemblespiel oder als Schnupperangebot kann die Gruppe sinnvoll sein. Für das Ziel „ich will wirklich Gitarre spielen lernen“ ist sie in der Regel der langsamere Weg.
Einzelunterricht: die volle Stunde gehört dir
Im Einzelunterricht bleibt genug Raum für deine Fragen, dein Tempo und deine Ziele. Jede Minute ist auf dich zugeschnitten: deine Songs, deine Technikprobleme, deine Haltung, dein Übeplan. Ich sehe sofort, wenn der Daumen falsch liegt oder der Rhythmus wackelt – und korrigiere es, bevor es sich einschleift. Das ist der Grund, warum Einzelschüler in einem Jahr oft weiter sind als Gruppenschüler in drei.
Dazu kommt, was in einer Gruppe nicht geht: über Lampenfieber reden, einen Song für die Abifeier vorbereiten, individuelle Lösungen bei Fingerschmerzen finden, das eigene Equipment gemeinsam einstellen. Unterricht ist bei mir ein geschützter Raum – wir reden offen darüber, was dich bewegt, und verknüpfen das mit Musik, statt es zu ignorieren. Gerade für Kinder und Jugendliche, auf die heute viel Druck wirkt, ist das wichtig.
Der Nachteil ist ehrlich benannt: Einzelunterricht kostet pro Stunde mehr als ein Gruppenplatz. Gerechnet auf den Fortschritt ist er meist trotzdem günstiger – und bei mir ohne Laufzeitbindung.
Unterricht zu zweit: der Mittelweg
Wenn Geschwister oder Freunde gemeinsam starten möchten, können wir nach Absprache auch zu zweit Unterricht machen – klar strukturiert, damit beide profitieren. Das funktioniert gut, wenn beide ähnlich alt sind, ähnliche Musik mögen und ein ähnliches Tempo haben. Es funktioniert weniger gut, wenn einer übt und der andere nicht, oder wenn ein Zehnjähriger und ein Sechzehnjähriger zusammen sitzen. Deshalb besprechen wir das im ersten Telefonat ehrlich – und wenn sich im Laufe der Zeit zeigt, dass die beiden sich auseinanderentwickeln, trennen wir die Stunden.
Und YouTube, Apps, Online-Kurse?
Sie sind großartig als Ergänzung: Songs nachschlagen, ein Riff anschauen, sich inspirieren lassen. Als einziger Weg haben sie einen entscheidenden Mangel: Sie sehen dich nicht. Ein Video merkt nicht, dass dein Handgelenk abknickt, dass du zu fest drückst oder dass du seit drei Wochen denselben Fehler übst. Viele meiner erwachsenen Schüler kommen nach einem Jahr YouTube zu mir – mit drei Songs, zwei schlechten Gewohnheiten und dem Gefühl, nicht voranzukommen. Die Gewohnheiten zu korrigieren dauert länger, als sie gar nicht erst zu lernen.
Häufige Fragen zu „Einzel- und Gruppenunterricht“
Warum unterrichtest du nur einzeln?
Weil im Einzelunterricht genug Raum für deine Fragen, dein Tempo und deine Ziele bleibt – und ich Fehler korrigieren kann, bevor sie sich einschleifen. Nach Absprache unterrichte ich auch zu zweit, wenn Geschwister oder Freunde gemeinsam starten.
Ist Einzelunterricht nicht viel teurer als ein Gruppenkurs?
Pro Stunde ja. Gerechnet auf den Fortschritt meist nicht – Einzelschüler kommen deutlich schneller voran. Bei mir gibt es außerdem keine Laufzeitbindung. Die Konditionen klären wir im ersten Telefonat.
Können meine zwei Kinder zusammen Unterricht nehmen?
Nach Absprache ja, wenn Alter, Musikgeschmack und Tempo zusammenpassen. Wir strukturieren die Stunde so, dass beide profitieren – und trennen sie, falls sich die beiden auseinanderentwickeln.
Reicht YouTube nicht zum Gitarre lernen?
Als Ergänzung ist es gut. Als einziger Weg fehlt das Feedback: Ein Video sieht nicht, ob du falsch greifst oder zu fest drückst. Eingeschliffene Fehler zu korrigieren dauert länger, als sie gar nicht erst zu lernen.
Gibt es bei dir auch Bandunterricht oder Ensemble?
Ich begleite Schüler beim Einstieg in die erste Band – Songauswahl, Arrangements, Probenstruktur – und über Kooperationen wie die Try Out Stage im Jugendzentrum Schweich gibt es Bühnenmöglichkeiten. Der reguläre Unterricht bleibt Einzelunterricht.