Viele Fragen tauchen erst im Unterricht auf: Warum knackt mein Kabel? Warum klingen meine Saiten nach zwei Wochen matt? Warum fällt beim Auftritt immer genau das aus, was ich vorher nicht geprüft habe? Solche Themen gehören bei mir ganz selbstverständlich zum Unterricht dazu. Wir schauen uns gemeinsam an, wie du dein Board aufbaust, Stolperfallen auf der Bühne vermeidest, Stecker, Buchsen und Saiten pflegst und mit wenig Aufwand für ein zuverlässiges Setup sorgst. So fühlst du dich bei Proben, Auftritten oder in der Schule deutlich sicherer.

Kabel: der häufigste Ausfallgrund

Das Kabel ist das unscheinbarste und am häufigsten kaputte Teil im Setup. Fast alle Kabelschäden entstehen nicht beim Spielen, sondern beim Aufwickeln und Lagern: zu eng um den Ellbogen gewickelt, verknotet in die Tasche gestopft, am Stecker aus der Buchse gezogen. Die Folge sind Kabelbrüche, Wackelkontakte und das berühmte Knacken, das im Unterricht dann minutenlang gesucht wird.

Die Lösung heißt Over-Under-Technik (auch „Roadie Wrap“): Das Kabel wird in natürlichen, großen Schlaufen gelegt, wobei jede zweite Schlaufe in die Gegenrichtung gedreht wird. So bleibt das Kabel ohne Spannung, verdreht sich nicht und lässt sich mit einem Wurf ausrollen. Das dauert zwei Wochen, bis es automatisch geht – und hält Kabel jahrelang am Leben. Unten die Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Saiten, Bünde, Hardware

Saiten altern durch Handschweiß, Hautfett und Luftfeuchtigkeit. Nach dem Spielen kurz mit einem trockenen Tuch abwischen verlängert ihr Leben deutlich; Hände vorher waschen hilft noch mehr. Matte, dumpfe Saiten, die sich nicht mehr sauber stimmen lassen, sind reif für den Wechsel – bei regelmäßigem Üben etwa alle zwei bis drei Monate, bei Vielspielern öfter.

Beim Saitenwechsel ist das Griffbrett frei – der richtige Moment, Bünde und Griffbrett zu reinigen. In meinem Studio nutze ich dafür regelmäßig Guitarstix: speziell entwickelte Kombifeilen, mit denen Bünde, Saiten und Hardware ohne zusätzliche Reinigungsmittel gereinigt, mattiert oder poliert werden können. Ich bin seit den ersten Tagen Teil der Guitarstixfamily und empfehle nur Dinge, von denen ich wirklich überzeugt bin – weil ich sie selbst im Alltag als Musiker und im Unterricht einsetze. Wie du dein Instrument mit wenig Aufwand in gutem Zustand hältst, zeige ich dir im Unterricht aus erster Hand, ohne Angst vor „Rumprobieren“ am Material.

Stecker und Buchsen: Gelegentlich prüfen, ob die Buchse fest sitzt (eine lockere Buchse dreht sich mit und reißt irgendwann die Lötstelle ab). Kontakte mit einem trockenen Tuch säubern, keine Haushaltsmittel verwenden. Mechaniken leicht geölt, Schrauben am Gurtpin angezogen – fünf Minuten im Monat, die Ausfälle verhindern.

Ein Setup, das nicht ausfällt

Wer mit E-Gitarre in einer Band, im Schulkonzert oder bei der Try Out Stage im Jugendzentrum Schweich auf die Bühne geht, braucht kein großes Board – aber ein zuverlässiges. Die Regeln, die ich jedem Schüler mitgebe: Jede Komponente vorher zu Hause im kompletten Signalweg testen. Ersatzkabel und Ersatzsaiten immer dabei. Netzteile und Stecker mit Gaffa oder Klett sichern, Kabel so verlegen, dass niemand darüber stolpert – Stolperfallen auf der Bühne sind der Klassiker. Stimmgerät als erstes Pedal, damit du stumm stimmen kannst. Und: nichts in der Nacht vor dem Auftritt verändern.

Im Unterricht bauen wir dein Board gemeinsam auf, sprechen über Signalreihenfolge, Stromversorgung und darüber, wie du dich auf unterschiedliche Räume und Anlagen einstellst. Das ist Bühnenerfahrung aus erster Hand – ich stehe selbst regelmäßig in der Region auf der Bühne und weiß, was dort schiefgeht.

Transport und LagerungNicht im Auto lassen (Hitze im Sommer, Kälte im Winter), nicht neben der Heizung, nicht im feuchten Keller. Gepolsterte Tasche oder Koffer, bei Akustikgitarren im Winter ein Luftbefeuchter im Koffer. Nach dem Transport ein paar Minuten akklimatisieren lassen, dann stimmen.

Gitarrenkabel aufwickeln mit der Over-Under-Technik

So wickelst du ein Kabel ohne Spannung und Verdrehung auf – es hält länger und rollt sich beim Ausrollen nicht zu Knoten.

1

Stecker in die Hand

Den einen Stecker in die linke Hand nehmen, das Kabel hängt nach unten. Schlaufen werden etwa in Unterarmlänge gelegt – nicht um den Ellbogen wickeln.

2

Erste Schlaufe „over“

Mit der rechten Hand das Kabel greifen und eine natürliche Schlaufe in die linke Hand legen, so wie sich das Kabel von selbst dreht.

3

Zweite Schlaufe „under“

Die nächste Schlaufe wird mit nach innen gedrehtem Handgelenk gelegt, sodass das Kabel in die Gegenrichtung verdreht wird – die Schlaufe läuft unter der vorherigen in die Hand.

4

Abwechseln bis zum Ende

Over, under, over, under – bis der zweite Stecker erreicht ist. Das Kabel liegt jetzt spannungsfrei in gleichmäßigen Schlaufen.

5

Sichern

Mit einem Klettband oder dem Kabel selbst locker sichern – niemals fest verknoten. Beim Ausrollen einen Stecker festhalten und die Schlaufen werfen: Das Kabel legt sich gerade aus.

Häufige Fragen zu „Equipment-Pflege“

Wie oft sollte ich die Saiten wechseln?

Bei regelmäßigem Üben etwa alle zwei bis drei Monate, bei täglichem Spielen oder Auftritten öfter. Matte, dumpfe Saiten, die sich nicht sauber stimmen lassen, sind das Signal.

Warum knackt mein Gitarrenkabel?

Meist ein beginnender Kabelbruch am Stecker durch falsches Aufwickeln oder Ziehen am Kabel statt am Stecker. Manchmal auch eine lockere Buchse an der Gitarre. Beides schauen wir uns im Unterricht an.

Was ist Guitarstix und brauche ich das?

Guitarstix sind Kombifeilen zur Reinigung und Pflege von Bünden, Saiten und Hardware ohne Reinigungsmittel. Ich nutze sie selbst im Studio und zeige dir im Unterricht, wie du dein Instrument damit mit wenig Aufwand in gutem Zustand hältst. Brauchen tust du es nicht – praktisch ist es.

Kann ich das Equipment-Thema im Unterricht lernen?

Ja, das gehört bei mir selbstverständlich dazu: Kabel wickeln, Saiten wechseln, Board aufbauen, Stolperfallen auf der Bühne vermeiden, Setup pflegen. Bring dein Equipment mit, wir schauen es gemeinsam an.

Wie lagere ich die Gitarre im Winter richtig?

Nicht im Auto, nicht neben der Heizung, nicht im feuchten Keller. Koffer oder gepolsterte Tasche, bei Akustikgitarren ein Luftbefeuchter im Koffer, nach dem Transport akklimatisieren lassen und dann stimmen.

Nico Braband – Gitarrenlehrer in Schweich bei Trier
Nico Braband
Berufsmusiker & Dozent für Gitarre · Gitarrenunterricht in Schweich für Trier, Wittlich, Eifel, Mosel, Hunsrück & Luxemburg