„Bietest du eine kostenlose Probestunde an?“ ist eine der ersten Fragen in fast jeder Anfrage. Meine Antwort ist Nein – und weil das erklärungsbedürftig ist, erkläre ich es hier ausführlich. Kurzfassung: Die erste Stunde bei mir ist ein echter Unterrichtstermin mit Zielbesprechung, gemeinsamem Spielen und ehrlichem Feedback. Das ist konzentrierte, wertvolle Zeit – und deshalb hat sie ihren Preis. Die Anfrage selbst ist dagegen unverbindlich und kostenfrei.
Wie kostenlose Probestunden finanziert werden
Nichts ist kostenlos – die Frage ist nur, wer zahlt. Eine Lehrkraft, die eine Stunde verschenkt, muss diese Stunde irgendwo wieder hereinholen. Im Musikschulbereich passiert das in der Regel über den Vertrag, der nach der Gratisstunde unterschrieben wird: Mindestlaufzeiten von sechs, zwölf oder mehr Monaten, automatische Verlängerung, lange Kündigungsfristen, Ausfallregelungen zugunsten der Schule. Die „kostenlose“ Stunde ist die Einstiegsinvestition in einen Vertrag, aus dem man so schnell nicht wieder herauskommt.
Das ist kein Vorwurf an einzelne Lehrer – viele sind in Strukturen angestellt, die so funktionieren. Aber wer solche Angebote prüft, sollte sich ehrlich fragen, wie die Gratisstunde am Ende querfinanziert wird. Meist steht die Antwort im Kleingedruckten.
Worauf du im Vertrag achten solltest
- Mindestlaufzeit: Musst du dich für sechs oder zwölf Monate binden, bevor du weißt, ob der Unterricht passt?
- Kündigungsfrist und Verlängerung: Verlängert sich der Vertrag automatisch? Wie lange vorher musst du kündigen – und schriftlich?
- Ausfallstunden: Was passiert, wenn du krank bist oder Urlaub hast? Verfallen die Stunden, werden sie nachgeholt, gibt es eine Obergrenze?
- Lehrerwechsel: Ist der Unterricht an eine Person gebunden oder kann die Schule die Lehrkraft beliebig tauschen?
- Gruppengröße: Ist „Unterricht“ hier Einzelunterricht oder eine Gruppe, in der jeder 10 Minuten bekommt?
Keiner dieser Punkte ist automatisch unseriös. Aber zusammen ergeben sie ein Bild – und das sollte man kennen, bevor man unterschreibt.
Wie ich es stattdessen mache
Keine festen Laufzeiten. Meine Verträge sind keine Knebelverträge. Wer aufhören will, hört auf – und wer in einer stressigen Phase pausieren muss, trägt das über den Kundenbereich ein.
Urlaub und Abwesenheiten trägst du bequem in der Kunden-App ein; Termine lassen sich online buchen, verschieben und nachholen, ohne Mail-Pingpong.
Transparente Absprachen. Wichtige Punkte werden zusätzlich per E-Mail bestätigt. Die Konditionen sind fester Bestandteil des ersten Telefonats – auf Wunsch klären wir sie direkt als erstes, damit du schnell Klarheit hast.
Eine echte erste Stunde. Kein Werbegespräch mit ein wenig Gitarrenshow, sondern Unterricht: Wir sprechen über deine Ziele, schauen, wo du stehst, spielen gemeinsam und ich gebe dir ehrliches Feedback. Du gehst mit einer konkreten Übeaufgabe nach Hause und weißt danach, ob du bei mir richtig bist. Unverbindlich – aber mit echtem Unterrichtscharakter.
Für mich bedeutet fairer Unterricht, dass Leistung transparent bezahlt wird – ohne Lockangebote und ohne am Ende die Qualität oder die Honorare zu drücken. Lieber klare Absprachen und Unterricht auf Augenhöhe vom ersten Termin an.
Warum ich keine Preise auf der Website nenne
Aus Wettbewerbsgründen – und weil eine Zahl ohne Kontext mehr verwirrt als hilft. Die passenden Konditionen hängen davon ab, ob ein Kind oder ein Erwachsener kommt, ob wöchentlich oder 14-tägig, ob Einzel- oder Doppelstunde, ob von nebenan oder mit 45 Minuten Anfahrt aus der Vulkaneifel. Das klären wir im Telefonat, schnell und ehrlich.
Und noch etwas ist mir wichtig: Menschen sollen Zugang zu musikalischer Bildung haben – auch im Hobbybereich. Wenn du motiviert bist, finden wir in der Regel gemeinsam eine Lösung, auch wenn es finanziell gerade eng ist. Das ist kein Werbesatz, das ist gelebte Praxis.
Häufige Fragen zu „Probestunde und Verträge“
Warum gibt es bei dir keine kostenlose Probestunde?
Weil die erste Stunde bei mir ein echter Unterrichtstermin ist – Zielbesprechung, gemeinsames Spielen, ehrliches Feedback – und diese Zeit ihren Wert hat. Kostenlose Probestunden werden im Musikschulbereich oft über lange Verträge querfinanziert; darauf verzichte ich bewusst.
Ist die Anfrage kostenlos?
Ja. Die Anfrage über das Formular und das anschließende Telefonat sind unverbindlich und kostenfrei. Erst die erste Unterrichtsstunde wird berechnet.
Gibt es eine Mindestlaufzeit?
Nein. Es gibt keine festen Laufzeiten und keine Knebelverträge. Urlaub und Abwesenheiten trägst du über den Kundenbereich ein; wichtige Absprachen werden per E-Mail bestätigt.
Was kostet eine Gitarrenstunde bei dir?
Feste Preise nenne ich auf der Website bewusst nicht. Die Konditionen klären wir im ersten Telefonat – auf Wunsch direkt als erstes, damit du schnell Klarheit hast.
Was, wenn ich mir den Unterricht finanziell gerade nicht leisten kann?
Sprich es an. Mir ist wichtig, dass Menschen Zugang zu musikalischer Bildung haben. Wenn du motiviert bist, finden wir in der Regel gemeinsam eine Lösung.